Wer viel und häufig mit dem Auto unterwegs ist, wird dieses Ärgernis schon einmal erlebt haben: Es hat geblitzt und ungebetene Post kommt ins Haus. Auch wenn der Verkehrsverstoß nicht ganz so teuer werden muss, ist die Tatsache dennoch ärgerlich. Dafür muss es nicht mal ein Bußgeld mit Punkten sein: Die finanzielle Rüge allein genügt.

Blitzer-Apps als digitale Helferlein

Wer dieser Gefahr möglichst entrinnen möchte, hat heutzutage vielfältige Möglichkeiten dazu. Die einfachste und sicherste heißt natürlich immer: Fuß vom Gas. Auch wenn man sich selbst nicht zu den chronischen Rasern zählen muss, kann eine Übertretung der Geschwindigkeit im Affekt passieren. Schöner ist es, wenn das Risiko gar nicht erst aufkommt.

Eine zusätzliche „Schutzmaßnahme“ stellen die Blitzerwarner, welche zwar nur bedingt zulässig, aber durchweg hilfreich sind. Im Ursprung waren es die Navigationsgeräte, in denen man Standorte von Blitzern als „Ort von Interesse“ bzw. „Point of Interest“ hinterlegen konnte. Soweit die Standortdaten manuell auf dem neuesten Stand gehalten werden, bieten die Navis eine relativ sichere Warnung – zumindest bei stationären Blitzern.

Für eine flächendeckende Information zu sämtlichen Kontrollstellen haben sich darüber hinaus verschiedene Blitzer-Apps etabliert, die ihre Wirkung durch Zutun der Community erst richtig entfalten.

Diese Blitzer-Apps für’s Smartphone lohnen sich

Blitzer.de

Eine der meist genutzten Blitzer-Apps ist Blitzer.de.

Wie bei vielen mobilen Apps, gibt es auch für Blitzer.de sowohl eine kostenfreie wie eine kostenpflichtige Möglichkeit der Nutzung. Die Basisversion warnt bereits vor zahlreichen Blitzern, allerdings ohne grafische Kartendarstellung. Die lässt sich in der PRO-Version für ein geringes Entgelt (z. B. 0,99 Euro für iOS) gleich mit erwerben. Stationäre Blitzer werden stets angezeigt, jedoch wird für die Warnung vor mobilen Kontrollen zusätzliches Geld verlangt.

Nach einem 14-tägigen Test-Abonnement zeigt die Blitzer-App für iOS-Nutzer jedoch nur noch feste Blitzer an, für die mobilen gibt es dann ein lebenslanges Abo für einmalige 9,99 Euro. Für Android-Nutzer gibt es die Blitzer.de PLUS-Version, welche einmalig 4,99 Euro kostet und kein weiteres Abonnement erfordert.

Auf Basis der SCDB-Onlinedatenbank erhalten Nutzer zudem einmal wöchentlich ein Update für die stationären Blitzer. Bei den mobilen Kontrollen ruft die Blitzer.de-App sogar alle fünf Minuten ein Update auf, sofern eine Internetverbindung besteht. Über ein gut erkennbares +-Symbol in der App kann jeder Nutzer zudem mobile Blitzer melden und andere Autofahrer davor warnen.

Die Blitzer-App ist sowohl für Android und iOS wie auch für die Systeme Windows Mobile und Symbian erhältlich. Allein im iOS-AppStore gibt es bereits über 16.000 Bewertungen der App, was für eine nennenswerte Verbreitung unter Autofahrern spricht.

piPOIAlert

Auch die Blitzer-App piPOIAlert ist eine durchaus brauchbare Stütze bei fest installierten Blitzern.

Wem der Support für Android und Symbian genügt, kann auch zur kostenfreien Blitzer-App von piPOIAlert greifen. Dem Namen nach weist das System unterwegs auf verschiedene Orte von Interesse hin, zu denen natürlich auch Radarfallen gehören können. Allerdings verzichtet man im Falle der Offline-Nutzung der Einfachheit halber auf eine grafische Kartendarstellung und sieht als Nutzer lediglich eine Kompass- bzw. Listenansicht.

Die Datenbank der POIs muss im Vorfeld manuell auf das Smartphone geladen bzw. in die piPOIAlert-App eingelesen werden. Die App arbeitet zudem vollständig offline und ist damit nur stets so aktuell, wie der Nutzer sie pflegt. Als kostenlose Download-Quelle für neue Blitzer bietet sich das Portal www.navifriends.com an. Vorm Import müssen die Daten aber noch in ein lesbares Format konvertiert werden.

Die Sensibilität der App kann in Form eines Radius bzw. Umkreises für POIs gewählt werden, sodass nur nahe oder auch ferner liegende Blitzer per Alarmton signalisiert werden. Durch die mögliche Offline-Funktionalität lässt sich die App auch bequem im Ausland ohne Roamingkosten nutzen. Zudem spart man auch etwas Akkuleistung des Smartphones ein, wobei die ständige GPS-Nutzung nicht unterschätzt werden sollte.

iSpeedCam

ispeedcam - PlayStore

Mit iSpeedCam gibt es eine weitere Option unter den Blitzer-Apps, die es neben einer deutschen Ausgabe auch als weltweite Edition gibt. Hier wird sowohl vor stationären wie auch mobilen Geschwindigkeitskontrollen gewarnt. Neben einer umfangreichen Online-Datenbank kann jeder Nutzer zudem seine persönlichen POIs von verschiedenen Formaten in die Blitzer-App importieren.

Ganz nach Belieben und Sinnhaftigkeit, lassen sich per One-Touch-Verfahren neue Gefahrenstellen hinzufügen bzw. aus der Liste entfernen. Zur besseren Übersicht verfügt iSpeedCam über eine Google Maps-Integration. Je nach Land, in dem die App genutzt wird, arbeitet sie sowohl im metrischen wie auch im imperialen angelsächsichen Einheitssystem.

Die App war ursprünglich nur für iOS verfügbar, nun gibt es sie aber auch für Android. Im Apple AppStore kostet sie als deutsche Ausgabe 1,99 Euro, für weitere 0,99 Euro gibt es Zugriff auf die breit angelegte Blitzer-Datenbank.

Alternativen zur Blitzererkennung

© H.D.Volz / pixelio.de

Meistgenutzt sind nach wie vor Navigationsgeräte sowie Navigations- und Blitzer-Apps, wenn es um die Warnung vor Radarkontrollen geht. Wer sich auf Nummer sicher begeben und nicht auf die Aktualität einer Blitzer-Datenbank verlassen möchte, muss zu einem Radarwarngerät greifen. Solche Modelle werden fest im Fahrzeug installiert (oftmals hinter der Windschutzscheibe) und erkennen Radarwellen auf mehrere Hundert Meter Entfernung.

Damit sind gerade mobile Blitzer sehr leicht und vor allem sicher aufzuspüren. Allerdings muss sich der Benutzer im Klaren sein, dass diese Geräte in vielen europäischen Ländern keineswegs erlaubt sind. Oftmals ist sogar das betriebsbereite Mitführen (ohne aktive Nutzung) bereits untersagt und kann zu hohen Bußgeldern führen. Bei Blitzer-Apps und warnenden POIs in Navigationssystemen gilt zudem ähnliches: Manche Länder untersagen die Verwendung explizit (auch Deutschland), andere sind weniger restriktiv eingestellt.

Was ebenfalls interessant ist, um Blitzern aus dem Weg zu gehen: Lokalnachrichten im Radio. Viele Radiosender lassen sich von ihren Hörern aktuelle mobile Blitzer mitteilen und geben diese dann im Rahmen der sonstigen Verkehrsmeldungen mit Preis. So ist man als Autofahrer rechtlich jedenfalls auf der sicheren Seite.

Fotos: Google PlayStore

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