Die wohl unschönste Situation, die sich ein Autobesitzer vorstellen möchte: Das eigene Gefährt läuft wie geschmiert, alle eventuellen Umbauten und Vorhaben sind endlich abgeschlossen. Und dann – ein Defekt mit kostspieliger Reparatur. Guter Rat ist teuer, wenn ein defektes Auto verkauft werden soll!

Nicht selten resultiert das defekte Auto aus einem Unfall. / © Petra Bork / pixelio.de

Ein defektes Auto lässt sich zum Restwert verkaufen

Wem ein eben solches Dilemma widerfahren ist und Opfer eines Motorschadens oder gar eines Unfalls mit anschließendem (wirtschaftlichen) Totalschaden wird, kommt schnell ins Grübeln. Das defekte Auto ließe sich zwar noch reparieren (was Liebhaber und Bastler oft auch genau dazu bewegt), ist aus ökonomischer Sicht aber wenig sinnvoll, da sich fahrzeuge, welche nicht unfallfrei sind nur mit Wertverlust verkaufen lassen.

Entscheidend an dieser Stelle ist stets der anzusetzende Restwert des defekten Autos, zu dem dieses noch veräußert werden könnte. Für viele Bastler sind Unfallwagen ein durchaus interessanter Markt, allerdings interessieren diese sich oftmals gezielt für einzelne Ersatzteile. Da ist der Ankauf eines kompletten Fahrzeugs nicht immer erschwinglich.

Der Albtraum eines jeden Liebhabers: Defektes Auto mit Motorschaden. / © Bertel / pixelio.de

Dennoch ist der Restwert eines defekten Autos nicht zu unterschätzen: Was im derzeitigen Zustand nicht mehr einsatzbereit ist, kann im Inneren stets noch intakte Bauteile haben, die einen realen Wert darstellen. Manch einer entscheidet sich in diesem Fall auch gerne dazu, das eigene Fahrzeug auszuschlachten und die womöglich interessanten Ersatzteile einzeln zu verkaufen.

Eine einfache Option ist die Restwertbörse

Für solche, denen die Bastler-Affinität nicht in die Wiege gelegt wurde, ergeben sich für ein defektes Auto aber noch einige weitere Optionen. Ein bekanntes Beispiel ist die (heutzutage meist elektronische) Restwertbörse, an der oftmals Kfz-Versicherungen, Sachverständige und Autohändler angeschlossen sind. Insofern funktioniert eine Veräußerung teilweise auch direkt über die eigene Police.

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Eine Restwertbörse unterscheidet sich vom herkömmlichen Markt zum An- und Verkauf von Gebrauchtwagen darin, dass sie sich auf defekte Autos und Unfallautos konzentriert, deren Restwert deutlich unter dem von vergleichbaren fahrtüchtigen Wagen liegt. Der entscheidende Vorteil: Die Vermittlung an einen Interessenten funktioniert hier verhältnismäßig schnell. Das kommt insbesondere denen zugute, die zeitnah ein Ersatzfahrzeug erwerben möchten und daher finanziellen Bedarf haben.

Ist das eigene defekte Auto in der entsprechenden Börse eingestellt, haben potenzielle Ankäufer folglich die Chance, ihr gewünschtes Gebot für das Exemplar abzugeben. Oftmals sind die abgegebenen Gebote sogar rechtlich bindend. Innerhalb einer kurzen Karenzzeit kann der Verkäufer entscheiden, ob er das Fahrzeug sicher veräußert.

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Ankaufportale nehmen ebenfalls defekte Autos

Wer sich lieber anderweitig um den Verkauf des eigenen defekten Autos bemühen und sich nicht auf die Restwertbörsen der Kfz-Versicherung einlassen möchte, kann auch auf die Ankaufportale im Internet zugehen. Diese bieten (wenn auch nicht alle) ebenfalls den Ankauf von Fahrzeugen mit kostspieligen Schäden an bzw. kümmern sich um eine weitere Veräußerung an Händler.

Ähnlich wie auch im konventionellen Gebrauchtwagenmarkt arbeiten diese Portale meist mit verschiedenen Abnehmern zusammen. Viele versuchen durch einen kundennahen (das heißt verkäufernahen) Service zu punkten, indem sie die gesamte Abwicklung von der Restwertschätzung bis zur Bezahlung des PKWs unterstützen.

© www.verbraucher-papst.de / pixelio.de

Allerdings sollte man auch hier darauf achten, dass die Schätzung des Restwertes nicht zu niedrig ausfällt. Oftmals lässt sich auch ein Auto mit Motorschaden verkaufen, ohne sich bis auf den Schrottwert herunter handeln zu lassen.

Manche finden einen direkten Ankäufer

Ohne vermittelnde Börse oder Agentur wird es für den Verkäufer zwar umso schwieriger, ein defektes Auto an den Mann oder die Frau zu bringen. Dafür winkt ihm ein entscheidender Vorteil, der im übrigen auch für intakte Fahrzeuge gilt: Ohne „Zwischenhändler“ dürfte mehr Geld beim Veräußernden hängen bleiben.

© Claudia Hautumm / pixelio.de

Dieser Vorteil kann sich allerdings schnell zum unschönen Beigeschmack wandeln, wenn man einfach keinen Abnehmer findet. Ein Inserat in einer Gebrauchtwagenbörse wird an dieser Stelle noch am ehesten zum Erfolg führen, da die Zielgruppe beliebig groß und über das gesamte Land verteilt ist. Je nach Fall wird ein Interessent jedoch abwägen, ob man für einen Unfallwagen mehrere hundert Kilometer Fahrstrecke auf sich nimmt.

Alternativ kann ein defektes Auto auch in einem Printmedium angeboten werden. Allerdings ist die Reichweite eines solchen Inserates eher kurzweilig, da die meisten Zeitungen eher lokal und regional verteilt werden. Wer etwas handwerkliches Geschick beweist, kann sein Fahrzeug auch zerlegen und die Einsatzteile als Einzelteile zum Verkauf anbieten.

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Auch die Inzahlungnahme ist ein Versuch

Da für viele ein Totalschaden des eigenen Gefährts eher plötzlich als erwartet kommt, entscheidet man sich oftmals direkt für ein neues bzw. ersetzendes Gebrauchtfahrzeug. Wer hier auf einen Vertragshändler der gewünschten Automarke zugeht, hat gegebenenfalls sogar die Chance auf eine Inzahlungnahme seines defekten Autos.

Fraglich bleibt aber auch an dieser Stelle, wie hoch der Händler den Restwert des Autos ansetzen wird. Für ihn fällt die Reparatur aufgrund vorhandener Fachkräfte und Gerätschaft zwar oft verhältnismäßig günstig aus. Dennoch wird auch der Händler Arbeit mit dem Weiterverkauf eines Unfallwagens oder ähnlichem haben. Dies schlägt sich wohlgemerkt im anzurechnenden Preis für die Inzahlungnahme nieder.

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