Umgangssprachlich ist meist vom „TÜV“ die Rede. Offiziell handelt es sich um die Hauptuntersuchung, kurz HU. Sie wird neben den TÜV-Organisationen auch von DEKRA, GTÜ, KÜS und weiteren anerkannten Prüforganisationen durchgeführt. Was sind die größten Stolpersteine und wie beugt man diesen vor?
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Viele Mängel, die bei der Hauptuntersuchung auffallen, kündigen sich bereits vorher an oder lassen sich mit einer einfachen Kontrolle erkennen. Eine ausgefallene Lampe, beschädigte Reifen oder verschlissene Scheibenwischer sind keine überraschenden Prüfergebnisse. Andere Probleme – etwa an Bremsen, Fahrwerk oder Abgasanlage – gehören dagegen in die Hände einer Fachwerkstatt.
Laut TÜV-Report 2026 erhalten 21,5 Prozent der geprüften Fahrzeuge wegen erheblicher oder gefährlicher Mängel zunächst keine neue Plakette. Eine gründliche Vorbereitung kann zwar nicht garantieren, dass ein Auto die Prüfung besteht. Sie hilft jedoch, offensichtliche Probleme rechtzeitig zu erkennen und eine vermeidbare Nachprüfung zu verhindern.
Welche Mängel verhindern besonders häufig die Zuteilung einer Plakette?
Eine aktuelle Sonderauswertung des TÜV-Reports zeigt, dass vor allem Beleuchtung, Bremsanlage, Fahrwerk und Reifen für Beanstandungen sorgen. Das ausgefallene Abblendlicht steht an der Spitze der häufig festgestellten Mängel. Danach folgen unter anderem verschlissene Bremsscheiben und Bremsbeläge, beschädigte Bremsleitungen, gebrochene Federn sowie mangelhafte Reifen.
Ebenfalls regelmäßig festgestellt werden defekte Fahrtrichtungsanzeiger, tropfender Ölverlust, beschädigte oder korrodierte Schweller und verschlissene Stoßdämpfer. Viele dieser Probleme betreffen sicherheitsrelevante Bauteile und sollten unabhängig vom nächsten HU-Termin behoben werden.
Mit zunehmendem Fahrzeugalter steigt das Mängelrisiko. Dennoch kann auch ein jüngeres Auto durch die Prüfung fallen, beispielsweise wegen defekter Beleuchtung, beschädigter Reifen oder einer elektronischen Fehlermeldung.
Beleuchtung prüfen – der häufigste Schwachpunkt
Die Beleuchtung lässt sich ohne besondere Fachkenntnisse kontrollieren. Prüfen Sie Abblendlicht, Fernlicht, Standlicht, Blinker, Warnblinkanlage, Rückleuchten, Bremsleuchten, Nebelschlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung. Bei den Bremslichtern ist eine zweite Person hilfreich. Alternativ kann das Fahrzeug rückwärts vor einer Wand oder einer spiegelnden Fläche abgestellt werden.
Es reicht nicht aus, nur auf funktionierende Leuchtmittel zu achten. Scheinwerfergehäuse und Rückstrahler dürfen nicht stark beschädigt sein. Auch deutlich beschlagene Leuchten, blinde Reflektoren oder eine defekte Leuchtweitenregulierung können Probleme verursachen.
Leuchtet ein Scheinwerfer auffällig hoch oder zur Seite, sollte seine Einstellung kontrolliert werden. Eine funktionierende Lampe bietet wenig Sicherheit, wenn der Lichtkegel die Straße nicht richtig ausleuchtet oder den Gegenverkehr blendet.
Bremsen: Warnzeichen nicht bis zum HU-Termin ignorieren
Bremsscheiben, Bremsbeläge und Bremsleitungen gehören zu den besonders häufig beanstandeten Bauteilen. Erste Hinweise auf ein Problem können Schleif- oder Quietschgeräusche, Vibrationen beim Bremsen, ein verändertes Pedalgefühl oder einseitiges Ziehen sein.
Ein leichter Rostfilm auf den Bremsscheiben kann nach längerer Standzeit oder bei feuchtem Wetter entstehen und verschwindet häufig nach einigen normalen Bremsungen. Tiefe Rostnarben, ausgeprägte Riefen oder dauerhaft ungleichmäßige Reibflächen sind dagegen nicht mit harmlosem Flugrost gleichzusetzen. Auch stark abgenutzte Beläge oder korrodierte und undichte Bremsleitungen sind sicherheitsrelevant.
Ein Blick durch die Felge erlaubt höchstens eine grobe Einschätzung. Der innere Belag kann stärker verschlissen sein als der von außen sichtbare. Auch die Mindestdicke einer Bremsscheibe lässt sich nicht zuverlässig nach Augenmaß beurteilen.
Stellt die Werkstatt verschlissene Beläge oder beschädigte Scheiben fest, sollte bei der Teileauswahl genau auf die verbaute Bremsanlage geachtet werden. Wer passende Autoteile online kaufen möchte, kann bei TRODO über die Fahrzeugdaten prüfen lassen, ob die ausgewählten Komponenten zum eigenen Modell passen. Das ist hilfreich, weil selbst innerhalb einer Baureihe unterschiedliche Bremssysteme verbaut sein können.

Reifen, Federn und Stoßdämpfer kontrollieren
Für Pkw-Reifen gilt eine gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Dieser Wert ist jedoch eine rechtliche Untergrenze und keine allgemeine Empfehlung, Reifen bis zum letzten Zehntelmillimeter weiterzufahren. Kontrolliert werden sollte das Profil über die maßgeblichen Bereiche der Lauffläche und an mehreren Stellen.
Achten Sie außerdem auf Schnitte, Beulen, Fremdkörper und altersbedingte Risse. Ungleichmäßiger Abrieb kann auf falschen Reifendruck, eine fehlerhafte Achsgeometrie oder verschlissene Fahrwerksteile hinweisen. Reifengröße, Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex müssen für das Fahrzeug zulässig sein. Bei nicht serienmäßigen Rad-Reifen-Kombinationen können zusätzliche Nachweise erforderlich sein.
Gebrochene Fahrwerksfedern werden von Fahrzeughaltern nicht immer bemerkt. Besonders ein Bruch am unteren Ende der Feder kann bei einer oberflächlichen Kontrolle verborgen bleiben. Mögliche Hinweise sind eine sichtbar schiefe Fahrzeughöhe, metallische Geräusche beim Lenken oder Überfahren von Unebenheiten und ein verändertes Fahrverhalten.
Bei Stoßdämpfern können Ölspuren, Nachschwingen, Poltergeräusche oder ein instabiles Fahrgefühl auf Verschleiß hindeuten. Solche Symptome sollten vor der HU von einer Werkstatt untersucht werden.
Scheiben, Wischer und Sicherheitsausstattung
Die Frontscheibe darf keine sicherheitsrelevanten Beschädigungen aufweisen. Besonders kritisch sind größere Risse und Schäden im Sichtfeld des Fahrers. Kleine Steinschläge sollten früh geprüft werden, weil aus ihnen durch Temperaturschwankungen oder Erschütterungen ein längerer Riss entstehen kann.
Kontrollieren Sie außerdem, ob die Scheibenwaschanlage funktioniert und ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist. Die Wischerblätter müssen das Wasser sauber entfernen. Bleiben breite Schlieren, Wasserfilme oder ungewischte Bereiche zurück, sollten zunächst die Scheibe und die Gummikanten gereinigt und bei Bedarf die Wischerblätter ersetzt werden.
Außenspiegel und Kennzeichen müssen intakt und sicher befestigt sein. Auch Warndreieck, Warnweste und Verbandkasten gehören ins Fahrzeug. Beim Verbandkasten sollte überprüft werden, ob der Inhalt vollständig, unbeschädigt und noch verwendbar ist.
Warnleuchten, Abgasanlage und Flüssigkeitsverlust
Beim Einschalten der Zündung leuchten verschiedene Kontrolllampen kurz auf und erlöschen nach dem Motorstart. Bleiben Warnleuchten für ABS, Airbag, Bremssystem oder elektronische Stabilitätskontrolle aktiv, sollte die Ursache vor der Hauptuntersuchung diagnostiziert werden.
Das gilt auch für die Motorkontrollleuchte. Eine aktive Fehlermeldung kann auf ein Problem mit Motorsteuerung oder Abgasreinigung hinweisen und die Untersuchung beeinflussen. Den Fehlerspeicher lediglich zu löschen, beseitigt den Defekt nicht. Manche Fehler erscheinen nach kurzer Fahrt erneut oder bleiben im Diagnosesystem nachvollziehbar.
Eine ungewöhnlich laute Abgasanlage kann auf beschädigte Rohre, einen defekten Schalldämpfer oder undichte Verbindungen hindeuten. Auch sichtbare Abgasfahnen oder Abgasgeruch im Fahrzeuginnenraum sollten untersucht werden.
Nicht jede leichte Ölspur bedeutet automatisch, dass ein Fahrzeug die HU nicht besteht. Deutlich tropfender Flüssigkeitsverlust ist jedoch ein häufiger und relevanter Mangel. Frische Flecken unter dem Auto sollten deshalb nicht ignoriert werden.
Welche Unterlagen werden für die HU benötigt?
Zum Termin gehört die Zulassungsbescheinigung Teil I, umgangssprachlich der Fahrzeugschein. Bei technischen Änderungen können zusätzliche Unterlagen erforderlich sein, beispielsweise eine Allgemeine Betriebserlaubnis, eine Teilegenehmigung oder der Nachweis einer Änderungsabnahme.
Das betrifft unter anderem nicht serienmäßige Räder, Veränderungen am Fahrwerk, bestimmte Beleuchtungskomponenten und weiteres Zubehör. Sind erforderliche Änderungen nicht korrekt dokumentiert oder abgenommen, kann das bei der Untersuchung zu Problemen führen.
Je nach Fahrzeug sollten außerdem abnehmbare Teile mitgebracht oder montiert sein. Dazu können eine abnehmbare Anhängerkupplung oder herausnehmbare Sitze gehören, wenn sie für die vollständige Beurteilung benötigt werden.

Selbst prüfen oder vorher in die Werkstatt?
Beleuchtung, Reifen, Scheibenwischer, Kennzeichen, Sicherheitsausstattung und Unterlagen lassen sich gut zu Hause kontrollieren. Auch offensichtliche Warnleuchten oder Flüssigkeitsflecken kann der Fahrer selbst erkennen.
Eine Werkstatt sollte eingeschaltet werden, wenn Bremsen auffällig reagieren, das Fahrwerk Geräusche verursacht, die Lenkung Spiel hat oder Warnmeldungen dauerhaft angezeigt werden. Gleiches gilt für sichtbare Korrosion an tragenden Bereichen, eine undichte Abgasanlage oder stärkeren Flüssigkeitsverlust.
Bei älteren Fahrzeugen oder mehreren gleichzeitig auftretenden Symptomen kann ein Vorabcheck sinnvoll sein. Er bietet zwar keine Garantie für die Plakette, senkt aber das Risiko, mit bereits erkennbaren Mängeln zur HU zu fahren.
Kurze HU-Checkliste für den Tag vor dem Termin
Am Tag vor der Hauptuntersuchung lohnt sich eine letzte Kontrolle. Viele leicht erkennbare Mängel lassen sich so noch rechtzeitig beheben und führen nicht unnötig zu einer Nachprüfung.
- Funktionieren alle Leuchten, Blinker und Bremslichter?
- Sind Reifenprofil, Reifenzustand und Luftdruck in Ordnung?
- Arbeiten Scheibenwischer und Waschanlage zuverlässig?
- Erlöschen die relevanten Warnleuchten nach dem Motorstart?
- Liegen Fahrzeugschein und Unterlagen zu technischen Änderungen bereit?
- Sind Verbandkasten, Warnweste und Warndreieck vollständig an Bord?
Zeigen sich bei dieser Kontrolle Auffälligkeiten, sollten sie nicht nur für den HU-Termin, sondern vor allem im Interesse der Verkehrssicherheit behoben werden.
Gute Vorbereitung verhindert vermeidbare Mängel
Eine sorgfältige Vorbereitung auf die Hauptuntersuchung beginnt mit einfachen Kontrollen: Beleuchtung, Reifen, Scheibenwischer, Warnleuchten, Sicherheitsausstattung und Unterlagen lassen sich bereits zu Hause überprüfen. Auffälligkeiten an Bremsen, Fahrwerk, Lenkung oder Abgasanlage gehören dagegen in die Hände einer Fachwerkstatt.
So können sicherheitsrelevante Defekte rechtzeitig erkannt und unnötige Kosten für eine Nachprüfung vermieden werden. Entscheidend ist jedoch nicht allein die neue Prüfplakette. Ein technisch einwandfreies Fahrzeug schützt Fahrer, Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer – und sollte deshalb auch zwischen den HU-Terminen regelmäßig kontrolliert und gewartet werden.
Häufig gestellte Fragen – FAQ
Kann ein Auto mit leuchtender Motorkontrollleuchte durch den TÜV?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist, welcher Fehler hinter der Warnleuchte steckt. Ein Problem mit der Abgasreinigung oder ein emissionsrelevanter Eintrag kann die HU beziehungsweise die integrierte Abgasuntersuchung beeinflussen. Die Ursache sollte deshalb vor dem Termin diagnostiziert und behoben werden.
Wie viel Reifenprofil braucht man für den TÜV?
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Pkw-Reifen beträgt 1,6 Millimeter. Reifen können jedoch schon vorher deutlich an Leistungsfähigkeit verlieren, insbesondere bei Nässe oder winterlichen Bedingungen. Neben der Profiltiefe werden auch Beschädigungen, Risse, Beulen und die Zulässigkeit der montierten Reifen berücksichtigt.
Was passiert, wenn das Auto durch die HU fällt?
Bei erheblichen oder gefährlichen Mängeln wird zunächst keine neue Plakette erteilt. Die festgestellten Defekte müssen behoben und das Fahrzeug innerhalb der vorgegebenen Frist zur Nachprüfung vorgestellt werden. Bei als verkehrsunsicher eingestuften Fahrzeugen kann die weitere Nutzung untersagt werden. Die Hinweise im Prüfbericht sollten daher genau beachtet werden.
Muss das Auto vor der HU in einer Werkstatt geprüft werden?
Ein Werkstattcheck ist nicht vorgeschrieben. Einfache Punkte wie Beleuchtung, Reifen, Scheibenwischer und Unterlagen können Fahrzeughalter selbst kontrollieren. Bei auffälligen Bremsen, Warnleuchten, Fahrwerksgeräuschen oder Flüssigkeitsverlust ist eine fachgerechte Prüfung jedoch sinnvoll.
Kann das Auto wegen einer defekten Lampe durch die HU fallen?
Ja. Eine defekte oder falsch eingestellte Fahrzeugbeleuchtung kann bei der Hauptuntersuchung beanstandet werden. Deshalb sollten vor dem Termin sämtliche Scheinwerfer, Rückleuchten, Blinker, Bremslichter und die Kennzeichenbeleuchtung kontrolliert werden.
Bildquelle: TRODO





