Ob als individuelle Tuningmaßnahmen, mit der man sich von anderen abheben möchte oder praktische Maßnahme zur Transportoptimierung: Gepäckträger, Dachboxen und Fahrradträger begegnen uns in der Tuningszene regelmäßig. Für uns Grund genug, das Phänomen mal näher zu beleuchten!

Der Drang nach Individualität ist einer der Grundpfeiler der Tuningszene. Auch, wenn viele sich in Sachen Trends stets über einen „Einheitsbrei“ beklagen: Eigentlich möchte jeder ein Unikat besitzen, das die eigene Handschrift trägt. Die Möglichkeiten beim Umbau eines Fahrzeugs sind nur durch die eigene Fantasie und meistens noch den eigenen Geldbeutel begrenzt. „Geht nicht gibt’s nicht“ scheint beim Thema Tuning seit jeher die Devise zu sein. Dass beim Wettlauf um den coolsten Gesamteindruck irgendwann jemand auf die Idee kam, die eigentlich in der Welt der Sportler und Familien beheimateten Gepäckträger, Dachboxen und Fahrradträger in sein Tuningkonzept zu integrieren, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich. Schließlich hat das Nachrüsten von Autozubehör dieser Art einige Vorteile, die sich nicht nur auf das individuelle Erscheinungsbild des Fahrzeugs beschränken. Auch der praktische Nutzen sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. Schließlich kostet Tuning in vielen Fällen Stauraum…

Fahrradträger

Vielen von euch werden bei diesem Thema direkt Fahrzeuge vorm geistigen Auge erscheinen, die sich auf mit Fahrrädern schmücken. Oft im gleichen Stil wie das Fahrzeug lackiert, konnten wir über die Jahre auf Events schon viele Bikes bewundern, die in Sachen Tuning „ihrem“ Auto in nichts nachstanden. Und dass man weder ein Showcar mutwillig mit einem Fahrrad „vollstopft“ noch ein solches Kunstwerk einfach irgendwie ins Fahrzeuge „hineinquetschen“ möchte, ist ja klar. Fahrradträger können an der Anhöherkupplung, an der Heckklappe oder auf dem Dach installiert werden. Der Einsatz eines Fahrradträgers macht nicht nur den Transport einfach, sondern bietet auch die Möglichkeit, das Fahrrad während des Events einfach auf dem Dach zu belassen. Das sorgt gerade im Hinblick auf die totale Reizüberflutung auf Tuningveranstaltungen für Aufmerksamkeit und sorgt dafür, dass auch bei schlechten Platzverhältnissen die Deko nicht zu kurz kommt. Anbieter wie Rameder bieten die verschiedensten Transportlösungen an. Und nicht nur Fahrräder lassen sich fantastisch außerhalb des Fahrzeugs transportieren. Nahezu jeder mögliche und unmögliche Dekoartikel oder Reisegepäck kann in den verschiedensten Transportlösungen verstaut und zu einem Event transportiert werden.

Seltener Anblick: BMW E30 M3 mit Fahrradträger auf dem Dach

Dachboxen

Auch Dachboxen werden oft als „Tuningmaßnahmen“ nachgerüstet. Der Fachmann unterscheidet zwischen Gepäckboxen und Skiboxen. In der Farbe des Wagens lackiert oder im gleichen Material wie das Interieur gesattelt sind Dachboxen stets ein Blickfang. Allerdings kann man auch hier den praktischen Nutzen nicht von der Hand weisen. Umfassend modifizierte Showcars sind zum Beispiel oft nicht mehr in der Lage, mehr als Handgepäck zu transportieren. Aus Stauraum im Heck wird in den meisten Fällen eine Multimedialandschaft. Hinzu kommt, dass aufwändige Sattlerarbeiten in der Fahrgastzelle nicht durch Gepäck beschädigt oder beschmutzt werden sollen. Wenn man über mehrere Tage mit dem Fahrzeug unterwegs ist, steht man da schnell vor Problemen. Eine Dachbox kann an der Stelle Abhilfe schaffen. Selbst „unschönes“ Gepäck ist unsichtbar verstaut, während die Dachbox selbst als Stilelement zum Einsatz kommt. Diese Maßnahme ist auch bei sportlichen Fahrzeugen empfehlenswert, die schon ab Werk kaum Stauraum bieten.

Dachträger

Dachträger sind thematisch ähnlich wie Dachboxen zu betrachten. Allerdings verstecken diese Zubehörteile nichts. In der Tuningszene eignen sich daher eher für Showzwecke. Gleichzeitig kann ein Dachträger auch die Funktion eines Fahrradträgers übernehmen. Sie sind insgesamt flexibler nutzbar und nicht auf das Thema „Ski“, „Gepäck“, „Bike“ oder gar „Kanu“ festgelegt. Ein Dachträger bietet aus „Tuning-Sicht“ viel Platz für Dekoobjekte, die dem Fahrzeug zusätzlich Aufmerksamkeit verschaffen. Die meisten Eventgäste empfinden Dachträger gerade bei sportlichen Fahrzeugen oft als originell und zücken schnell das Smartphone, um einen Schnappschuss zu machen. Andere kritisieren die Maßnahme als völlig entgegen dem Zweck eines leistungsstarken Fahrzeugs, bei dem die Aerodynamik eine wichtige Rolle spielt. Aber eins ist Fakt: Kaum jemand geht einfach vorbei! Auch einige prominentere Beispiele haben bewiesen, dass sich die Szene auch für einen Lamborghini mit Dachbox begeistern kann. Und gerade diese Fahrzeugklasse ist für alles bekannt aber nicht für übermäßig viel Stauraum…

Audi R8 mit Dachbox

Fazit

Wir würden den Einsatz von Gepäckträgern, Dachboxen und Fahrradträgern nicht als „Trend“ bezeichnen, da wir über die Jahre immer mal wieder über ein Fahrzeug mit entsprechender Zusatzausrüstung gestolpert sind. Wir sehen das „Zubehörtuning“ eher als praktische und originelle Option im großen Katalog der möglichen Tuningmaßnahmen. Und wir sind sicher, dass immer wieder jemand die Chance nutzen wird, einen Gepäckträger, eine Dachbox oder einen Fahrradträger in sein Tuningkonzept zu integrieren. Neben dem optischen Vorteil einer weiteren Individualisierungsmöglichkeit bietet Autozubehör dieser Art zusätzliche Transportmöglichkeiten. Und das sowohl praktischer als auch dekorativer Natur. Da die meisten modifizierten Fahrzeuge in der Tuningszene nicht über eine Anhängerkupplung verfügen, sind vor allem die Dachlösungen eine interessante Option. Ausnahme stellen natürlich die Fahrzeuge dar, die ab Werk über eine abnehmbare Anhängerkupplung verfügen.

Wir sind gespannt, was uns in Zukunft noch an interessanten Tuningprojekten mit „Stauraum-Plus“ unter die Augen kommt!

Gesehen auf der SEMA in Las Vegas

Im Fokus: Gepäckträger, Fahrräder und Dachboxen
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