Möchte man immer nur Autos fahren bzw. tunen, die zuvor schon mal einen oder gar mehrere Vorbesitzer hatten? Eher nicht, denn neben der damit einhergehenden Laufleistung und vielleicht schon vorherigen Umbauten gibt es genug Gründe, mit einem Neufahrzeug bei null zu beginnen.

Klar, wenn man sich heute einen Golf 1 zulegen ihn von Grund auf neu aufbauen möchte, kann man nur ein gebrauchtes Fahrzeug kaufen. Auch wenn man einen klassischen Porsche 964 sein Eigen nennen will, findet man ihn nicht mehr neu – schon seit 1994 nicht mehr. Aber mal Hand aufs Herz: Es kann schon sehr reizvoll sein, ein Auto zu kaufen, das nicht mehr als eine Handvoll Kilometer auf dem Tacho hat, die zwischen Einfahren und Verladen auf den Autotransporter zusammenkamen.

Doch wie kauft man einen Neuwagen, von dem man genau weiß, dass man vielleicht schon sehr bald Hand daran anlegen wird? Das zeigt der folgende Artikel.

1. Kein Leasing wenn man tunen möchte

Die Angebote mögen locken, aber Leasing sollte man für diese Variante komplett vergessen. Aus dem einfachen Grund, es handelt sich dabei um eine Form des Mietens. Und sämtliche Leasingverträge schreiben ziemlich genau vor, was man an dem Auto verändern darf. Meist ist das leider sehr wenig.

Nein, wenn man später ernsthaft modifizieren will, muss einem das Auto gehören. Damit läuft es meist auf einen (finanzierten) Kauf hinaus. Solange man selbst im Fahrzeugbrief eingetragen ist und nicht etwa die Bank, gibt es nichts, was dem entgegensteht. Allerdings sollte man beachten, dass exzessive Umbauten an einem Neufahrzeug sich höchstwahrscheinlich auf die Garantie auswirken können. Da sollte man genau eruieren, was der Hersteller erlaubt und was nicht.

2. Vertragshändler sind oft teuer

Tuning kann tierisch ins Geld gehen und Neuwagen sind auch die teuerste Option, an ein Basisfahrzeug zu gelangen. Aus dem Grund sollte man nicht blindlings zum nächsten Autohaus seines Vertrauens gehen und sich mit einem Verkäufer ins Büro begeben. Eine bessere Option ist es, die Dienste eines Vermittlers in Anspruch zu nehmen. Dadurch bekommt man in aller Regel einen ungleich besseren Preis als direkt beim Händler.

3. Gleich den besseren Motor wählen

Triebwerk Nahaufname

Motortuning ist teuer und vor allem aufwendig. Wer gleich ein starkes Triebwerk wählt, zahlt zwar mehr, spart sich aber viele Arbeitsschritte. unsplash.com © Garett Mizunaka

Warum betreibt man Motortuning? Weil die Leistung bzw. Charakteristik des originalen Triebwerks einem nicht zusagen. Aber gerade heute, im Zeitalter dutzender Steuergeräte und eines in höchstem Maße digitalisierten Motormanagements, ist Motortuning nicht nur teuer, sondern auch risikobehaftet geworden.

Die Zeiten, in denen man den Einlasskrümmer polierte, eine schärfere Nockenwelle installierte, einen Fächerkrümmer verbaute und den Serien-Vergaser gegen einen Satz 40er oder 45er Weber austauschte, sind vorbei. Bei modernen Autos geht nichts mehr ohne begleitende Eingriffe ins Motormanagement.

Doch just beim Neuwagen kann man sich diesen Aufwand sparen – indem man gleich einen möglichst starken Motor ordert. Der einzige Nachteil dabei: Es wird sich bei den wenigsten Herstellern vermeiden lassen, dass man damit automatisch auch eine höhere Ausstattungslinie wählen muss, womit dann vielleicht Dinge verbaut sind, die man nicht benötigt bzw. beim Tunen sowieso ersetzt.

4. Basisfarbe spart Geld

Der neue T6 soll später in einem stumpfmatten Schokobraun foliert werden? Das Einser Coupe soll einen Überzug in Flip Flop Lack bekommen, der es je nach Blickwinkel zwischen Schwarz und Rotgold schimmern lässt? Oder wäre es vielleicht lieber, den Wagen direkt zur Sticker Bomb zu machen?

Egal was es ist, sobald man auch nur den Wunsch hegt, irgendetwas am Lack zu ändern bzw. Anbauteile zu installieren, die lackiert werden müssen, wäre es reichlich unnötig, seinen Neuwagen in einem aufwendigen Lack zu ordern. Metallic muss es nicht sein, der simpelste Uni-Basislack reicht vollkommen aus. Und wenn man die Wahl hat, sollte man auf Weiß setzen.

Warum? Das hat einen guten Wiederverkaufswert, weil es meist eine nach wie vor enorm beliebte Farbe ist. Es lässt sich mit allen Farbtönen relativ einfach überlackieren und ist, falls man Anbauteile weiß lackieren möchte, auch vergleichsweise simpel anzupassen.

5. Kostengünstige Alufelgen wählen und später wechseln

BMW Fahrzeug

Aufpreispflichtige Hersteller-Alus sollte man nur wählen, wenn einem deren Design vollkommen zusagt. Will man jedoch sowieso tauschen, reicht Serienware. unsplash.com © Alexander Püttner

Gerade wenn man im Fahrzeugkatalog in die oberen Ebenen des Motorregals schaut, werden meist automatisch Alufelgen dazugehören; die Option auf „Stahl, schwarz, mit Radkappe, silberfarben“ gibt es längst nicht mehr so häufig wie früher.

Aber auch im Werkskatalog gibt es doch noch einen Unterschied zwischen „Alufelge“ und „Alufelge“. Soll bedeuten, wenn man sowieso vorhat, unmittelbar nach dem Kauf seine Tuning-Ambitionen mit einem Anruf bei BBS und Co. zu beginnen, sollte man, auch wenn es im Konfigurator noch so gut wirkt, kein Geld für Werks-Alufelgen ausgeben.

6. Auf Embleme verzichten

Jeder, der sich schon mal mit einem Folienradierer auf der Bohrmaschine abgequält hat, weil er die Kleberspuren von Herstellerschriftzug und Co. entfernen musste, weiß, dass dies ziemlich schweißtreibend sein kann. Zwischenzeitlich bieten aber praktisch alle Hersteller die Option „Wegfall Typenschild“ an. Dort sollte man in jedem Fall sein Häkchen machen, selbst wenn man nicht vorhat, auch noch Zierleisten, Schlösser und Co. zu entfernen. Man spart sich einen nervigen Arbeitsschritt und auch noch gewisse Risiken für den Lack – denn wirklich „lackgesund“ ist der rotierende Radiergummi ebenso wenig wie chemische Lösungsmittel.

7. Sportsitze? Gerne doch

Zugegeben, wer später Vollschalensitze verbauen möchte, ist mit keinerlei Form von Seriensitz zufrieden. Heutzutage dürfte das bei Neuwägen aber eher selten der Fall sein. Wenn es bei der Bestuhlung daher etwas weniger radikal-sportlich zugehen darf, sollte man von vornherein Sportsitze wählen. Besonders dann, wenn es die ohne ein zugehöriges (= teures) Sportpaket zu haben gibt.

Der größte Vorteil ist das Design: Die Sitze bzw. ihre Bezüge wurden vom Hersteller für den Auto-Innenraum konzipiert und darauf abgestimmt. Lässt sich beim Tunen mit Aftermarket-Sitzen so nur durch einen Gang zum Sattler reproduzieren. Zumal bei vielen Herstellern die Sportsitze in Sachen Seitenhalt und Co. mit den meisten Halbschalen von Sparco und Co. mithalten können.

Quelle Titelbild: unsplash.com © Rahul Bhogal

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2 Antworten

  1. Sven Bucher

    Da ich den Neuwagen kaufen und tunen möchte, werde ich die Lackierung selber vornehmen wollen. Ich plane derzeit eine Speziallackierung mit meinen Kindern zusammen durchzuführen und den Wagen zu einem Unikat zu machen. Für mich muss es aber ein Neuwagen sein, da ich gerne erster und letzter Halter dieses Autos sein möchte. Vielen Dank für Ihren Beitrag!

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  2. Sven Bucher

    Es ist klar, dass man beim Tunen keinen geleasten Wagen nehmen kann. Wie Sie bereits anführen, ist der Wagen theoretisch nur gemietet. Ein Vermittler für den Kauf von Neuwagen kann eventuell dazu beitragen einen geringeren Preis für das Auto zu bezahlen. Wobei ich eher aufgrund der Provision des Vermittlers eigenständig recherchiere. Vielen Dank für Ihre Anregungen zum Neuwagenkauf!

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