Warum sind bei einem Strafzettel für das Falschparken eigentlich manchmal Ventilstände notiert und was bedeuten die Abkürzungen? In diesem Beitrag erklären wir euch die Hintergründe dazu!

Falschparken: Strafzettel sind keine Seltenheit

Schon Mal in Eile gewesen, verzweifelt einen Parkplatz gesucht, dann schnell irgendwo geparkt und am Ende einen Strafzettel fürs Falschparken in den Händen gehalten? Aufgrund des Zeitdrucks wohl (vielleicht auch gewollt) die Schilder übersehen. Nicht wenigen geht das so! Vor allem in Großstädten und auf viel befahrenen Straßen sind die Ordnungshüter oft nur wenige Augenblicke entfernt und kontrollieren im Minutentakt – das ist eigentlich auch verständlich, beachtet man das hohe Aufkommen an Fahrzeugen und die damit einhergehende Parkplatzproblematik.

Wer den Strafzettel für das Falschparken allerdings schon Mal genauer angeschaut hat, kann über eine Randnotiz gestolpert sein, welche auf die Ventilstände des Fahrzeugs hinweist. Aber warum ist das so?

Ventilstand auf dem Strafzettel: Was bedeuten die Abkürzungen?

Die Ventilstände sind auf einem Strafzettel mit Begriffen wie beispielsweise „VL 5“ und „HL 10“ vermerkt. Damit lassen sich die Reifen des Vehikels auseinanderhalten:

  • VL = Reifen vorne links
  • HL = Reifen hinten links
  • VR = Reifen vorne rechts
  • HR = Reifen hinten rechts

Die Zahlen daneben weisen dann auf den eigentlichen Ventilstand hin. Dieser wird anhand des Stundenzeigers einer Uhr notiert. “VL 5“ und bedeuten „HL 10“ bedeuten also nichts anderes als:

  • VL 5 = Ventil befindet sich am Reifen vorne links, auf ca. 5 Uhr
  • HL 10 = Ventil befindet sich am Reifen hinten links, auf ca. 10 Uhr

Warum wird der Ventilstand auf einem Strafzettel notiert?

Der Grund hinter dieser Anmerkung ist denkbar einfach: Die Beamten überprüfen damit, ob sich das Fahrzeug in der Zwischenzeit bewegt hat. Das kann auf zwei verschiedene Fälle hinweisen:

  • Der Fahrer des Wagens parkt etwas später wieder an genau derselben Stelle und lässt das bereits erhaltene Knöllchen – wegen verkehrswidrigem Parken ohne Zeit an seiner Frontscheibe, um nicht noch eines zu kassieren. Die Ventilstände haben sich durch die Fahrt allerdings verändert. Es kann ein weiterer Strafzettel ausgestellt werden.
  • Der Fahrer des Wagens benutzt eine Parkscheibe und parkt etwas später an derselben Stelle, hat dabei jedoch die Zeit auf der Parkscheibe angepasst. Bei bereits zuvor notiertem Ventilstand wissen die Ordnungshüter allerdings Bescheid und können ein zweites Knöllchen ausstellen.

Verkehrsteilnehmer versuchen häufig, die Höhe eines Bußgeldes zu drücken, indem behauptet wird, dass das Fahrzeug nur für kurze Zeit auf einer Stelle stand und die zulässige Parkdauer nur kurzfristig überschritten worden sei – in der Hoffnung, das Bußgeld etwas zu deckeln.

Bei einem verkehrswidrig geparkten Fahrzeug können die Beamten die ununterbrochene Parkdauer aber anhand des Ventilstands notieren und somit feststellen, ob sich das Fahrzeug in einem gewissen Zeitraum bewegt hat oder nicht.

Exakt gleicher Ventilstand: Können aus Zufall nicht auch gleiche Ventilstände möglich sein?

Die Ventilstände können sich nach einer zwischenzeitlichen Fahrt mit dem verkehrswidrig geparkten Fahrzeug nahezu ähneln. Für ein Rad beträgt die Wahrscheinlichkeit dabei 8,33 %, da sich ja anhand des Ziffernblatts einer Uhr orientiert wird und es deshalb zwölf unterschiedliche Möglichkeiten gibt. Detailliertere Ventilstände wie beispielsweise halb 8 oder halb 9 wären zu ungenau, weshalb ein Ordnungshüter in den meisten Fällen also immer auf- oder abrundet.

Werden die Ventilstände zweier Rädern notiert, beträgt die mathematische Wahrscheinlichkeit allerdings nur noch ca. 0,7 %, so dass die Chance auf exakt gleiche Ventilstände nach einer zwischenzeitlichen Fahrt nicht gerade hoch ist. Genau aus diesem Grund werden auch dementsprechende Notizen gemacht.

Sollte es aufgrund dieser Ordnungswidrigkeit zu einem Prozess kommen, bei dem unveränderte Ventilstände im Fokus sind, reicht die Beweislage vor Gericht dennoch nicht aus, da laut Deutschem Strafrecht erst ab einem Wahrscheinlichkeitsverhältnis von 1 zu 5.000.000.000 auf schuldig plädiert werden kann (Quelle: radarfalle.de).

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