Den Begriff „Keramikbremse“ hört man meist in Zusammenhang mit PS starken Performance-Boliden. Doch auch viele Tuner spendieren ihren Fahrzeugen ein solches Bremsenupgrade, selbst wenn dieser Umbau meist eher optische Hintergründe hat. AUTOTUNING.DE klärt darüber auf, was es mit der Keramikbremse auf sich hat.

Der Name selbst leitet sich vom verwendeten Werkstoff ab, welcher bei der Herstellung von Bremsscheiben und –belägen zum Einsatz kommt. Mit der klassischen Keramik wie man sie vom Geschirr kennt, hat das High-Tech-Material, das bei Keramikbremsen zum Einsatz kommt, allerdings weniger zu tun. Die Basis zur Herstellung der Bremsen ist ein spezieller keramischer Siliciumcarbid-Verbundwerkstoff, wie er auch in der Raumfahrt zum Einsatz kommt. So sind etwa die Hitzeleitkacheln des Spaceshuttles aus ebendieser Keramik gefertigt.

Keramikbremse(5)

Keramikbremse von AMG

Vorteile von Keramikbremsen

Die Gründe für den Einbau einer Keramikbremse sind vielfältig. In Extremsituationen bieten die speziellen Bremsanlagen einen stabileren Reibwert. Dem sogenannten Fading, also dem Nachlassen der Bremswirkung bei starken Belastungen, soll so entgegengewirkt werden. Außerdem ist besonders im Motorsport das geringere Eigengewicht der Keramikbremsen nicht zu vernachlässigen. Für eine Nutzung im Alltag spricht vor allem die materialbedingte höhere Lebensdauer der Bremsen. Bis zu 300.000km halten die Komponenten – oftmals länger als der Rest des Wagens.

Nachteile von Keramikbremsen

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Zum einen stehen da die enormen Kosten einer Keramikbremsanlage. Kosten im oberen vierstelligen Bereich sind keine Seltenheit. Auch die schlechteren Wärmeleitfähigkeiten des Verbundmaterials können negative Folgen haben: Sind die umliegenden Komponenten nicht entsprechend wärmeisoliert, kann die hohe Eigentemperatur der Scheiben Schäden verursachen. Zuletzt ist noch die schlechtere Bremswirkung bei Nässe erwähnenswert. Durch einen feinen Wasserfilm kommt es für den Fahrer zu merklichen Verzögerungen bis zum Einsetzen der Stoppwirkung.

Fotos: Wikipedia.com, Fotopedia.com

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