Verhasst und gefürchtet bei vielen Fans von aufgeladenen Motoren – das Turboloch. Viele Mythen ranken sich darum und doch weiß keiner genau von was die Rede ist. Es folgt die Erklärung! Wir bringen Licht ins Dunkle und schaffen Klarheit in allen Fragen, die sich rund um das Turboloch drehen.

 

Was ist das Turboloch?

Das Turboloch ist ein durch verzögertes Einsetzen der Turboladerfunktion auftretender Leistungsdefizit. Dieses Defizit schwindet nach kurzer Zeit und ist nicht die Folge eines Defekts. Es hängt mit dem Ansprechverhalten des Turboladers zusammen der erst ab einer gewissen Drehzahl seine volle Leistung entfalten kann. Die Zeit die der Turbo braucht, um seine zum Betrieb benötigte Drehzahl zu erreichen nennt man Turboloch.

 

Wie entsteht das Turboloch? Eine Erklärung.

Die Besonderheit des Turbolochs tritt meist beim Anfahren bzw. beim Beschleunigen auf. Das hat den Grund, dass der Motor in diesem Bereich noch eine sehr geringe Drehzahl aufweist. Dadurch sind auch die Verbrennungsabgase welche den Turbo antreiben nur sehr spärlich vorhanden. Die anfangs sehr langsam drehende Turbine des Turboladers muss also erst einmal in Bewegung versetzt werden.

Nachdem ausreichend Abgasstrom vorhanden ist um das Turbinenrad auf Touren zu bringen, kann auf der Ansaugseite des Motors Druck durch das Verdichterrad aufgebaut werden. Dies geschieht bei ca. 1800 U/min. Erst zu diesem Zeitpunkt wird der Motor mit der Menge an Luft versorgt, die er benötigt damit genügend Leistung aufgebaut werden kann.

Die Zeit zwischen dem Betätigen des Gaspedals und der vollen Leistungsentwicklung des Turbos nennt man Turboloch. Dieses tritt meist nur sehr kurz auf, da sich die Drehzahl und damit der Abgasstrom schnell erhöhen.

 

Wie lässt sich das Turboloch vermeiden/beseitigen?

→ Methode 1

Um das Turboloch zu umgehen haben viele Hersteller Vorkehrungen getroffen um das Ansprechverhalten des Turbos zu verbessern. Einige Autobauer arbeiten mit variabler Turbinengeometrie um auch bei geringen Drehzahlen den Turbolader auf Geschwindigkeit zu bringen.

Dabei sind im Turbolader Leitschaufeln, die je nach Lastzustand die Abgasturbine des Turboladers anders anströmen. Manche Hersteller verwenden auch Elektromotoren um den Turbolader in den unteren Drehzahlen zu unterstützen.

→ Methode 2

Eine weitere Methode ist die Kombination von Kompressor und Turbolader. Dabei wird in unteren Drehzahlbereichen der Kompressor eingesetzt und bei höheren Drehzahlen arbeitet nur noch der Turbolader. Es gibt neben diesen Varianten auch noch andere, welche aber alle den gleichen Zweck erfüllen sollen.

Es soll sichergestellt werden, dass der Turbo auch schon bei geringen Motordrehzahlen den benötigten Ladedruck liefern kann.

 

Was ist das Turboloch?
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Datum der Erstveröffentlichung: 11.02.2018

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