Sportwagen liegen im Trend, Klassiker liegen im Trend. Doch wer hätte gedacht, dass sich tatsächlich jemand an einen De Tomaso Pantera wagen würde? Der Schreiber dieser Zeilen hatte es zumindest jahrelang gehofft…

Dass ich auf der XS-Carnight „Wörthersee Edition 2.0“ in Klagenfurt vor einem modifizierten De Tomaso Pantera stehen würde, wusste ich glücklicherweise im Vorfeld. So blieb mir ein spontaner Krampfanfall erspart. Die „Kean Brothers“ hatten Monate zuvor via Instagram verkündet, an einem der raren Italiener zu werkeln. Kurz vorm See veröffentlichten sie dann schließlich Fotos des fertigen Wagens, an dem laut Instagram-Feed noch wenige Tage vor der Fahrt zum Wörthersee geschraubt wurde.

Mein Kumpel Kevin, seines Zeichens der Medienmann von Kean Suspensions, versicherte mir in Klagenfurt, dass es sich dabei nicht um ein „Showbusiness-Posting“ gehandelt habe. Der Wagen war zu diesem tatsächlich noch nicht fertig. Doch nun stand er da. In all seiner Pracht. Nun gab es tatsächlich einen De Tomaso Pantera in der Szene!

De Tomaso Pantera Tuning im Video!

Ich war schon immer begeistert von dem nicht ganz so mainstreamigen Sportwagen. Meine erste Begegnung mit De Tomaso und speziell dem Pantera hatte ich Ende des letzten Jahrtausends, als das World Wide Web gerade dabei war, seinen rechtmäßigen Platz in deutschen Haushalten einzufordern. Es gab noch keine Netz-Struktur, wie man sie heute gewohnt ist und viele Autoenthusiasten tummelten sich auf Online-Fahrzeugmärkten. So auch der Schreiber dieser Zeilen.

Über die Hersteller-Auswahl in der Suchfunktion stolperte ich irgendwann über De Tomaso. Zwei oder drei Panteras waren online. Zu horrenden D-Mark-Preisen. Ich war verzaubert.

Der Pantera schien nicht nur brachialer wie die altbekannten Ferrari- und Lamborghinimodelle. Er war auch ultra rar. Wenn man auf die Frage nach dem eigenen Traumwagen „De Tomaso Pantera“ antwortet, kommt es noch heute oft zu Stirnrunzeln beim Gesprächspartner. Obwohl das Internet mittlerweile seit 20 Jahren Aufklärungsarbeit leistet. Ich hoffte schon als Führerscheinanfänger mit rostigem Kadett E darauf, dass sich mal irgendein Wahnsinniger an einen Pantera wagen würde. Es sollte schließlich 2 Dekaden dauern, bis ich im Instagram-Feed von Kean Suspensions einen De Tomaso erblicken sollte…

Die Klimanlage war beim Pantera schon immer Serie!

Die Geschichte des De Tomaso Pantera

Ich bin mir sicher, dass vielen nicht klar ist, was es mit der Marke De Tomaso auf sich hat. Die italienische Sportwagenschmiede wurde Ende der 1950er Jahre vom Argentinier Alejandro de Tomaso gegründet und hatte ihren Sitz in Modena. Nachdem man sich zunächst auf den Bau von Formel-1-Rennwagen konzentrierte, kamen schließlich auch Straßensportwagen hinzu. Doch erst, als in den 1970ern der Pantera geschaffen wurde, erhielt De Tomaso standesgemäße Aufmerksamkeit. Als verbesserte Version seines Vorgängers Mangusta war geplant, den Pantera in größeren Stückzahlen zu produzieren.

In Zusammenarbeit mit US-Gigant Ford, welcher den italienischen Sportwagen in den Staaten über das Netz der Lincoln-Mercury-Händler vertrieb, schien das zunächst auch zu gelingen. Nachdem schon Tausende Panteras gebaut waren, zog sich Ford aus der Zusammenarbeit zurück. Als Gründe hierfür wurden die schlechte Verarbeitung seitens De Tomaso sowie die Energiekrise genannt. Als Folge brachen die Produktionszahlen ein und der geplante Nachfolger Pantera II blieb ein Prototyp.

Dennoch wurde das Flaggschiff des Konzerns weiter gebaut. 20 Jahre nach der Premiere des Wagens wurde er noch einmal gründlich überarbeitet und kam als De Tomaso Pantera GTSi auf den Markt. 1993 war dann schließlich Schluss. Während De Tomaso damals von insgesamt 9500 produzierten Panteras sprach, wird heute von knapp über 7000 Exemplaren ausgegangen. De Tomaso ging faktisch in den 1990ern zu Grunde. Auch, wenn es weiterhin zu Wiederbelebungsversuchen kam. Die Sportwagen aus Modena galten zwar als leistungsstark und luxuriös, litten aber unter dem Fakt, dass sie mit amerikanischen Großserienmotoren ausgestattet wurden. In einem Atemzug mit Ferrari oder Maserati genannt zu werden, blieb der Sportwagenschmiede deshalb meistens verwehrt.

Diese tragische Geschichte kann allerdings nicht davon ablenken, dass der de Tomaso Pantera von Kean Suspensions eine absolute Offenbarung ist. Nicht nur, dass der doch schon etwas betagte Sportwagen aussieht wie frisch vom Händler… darüber hinaus kann man sich den Tiefbetten der Sköl Wheels schlafen legen. Am besten lassen wir an der Stelle einfach Bilder sprechen…

Der brachiale De Tomaso Pantera von Kean Suspensions
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