Auch, wenn sich über Geschmack eigentlich nicht streiten lässt, gibt es beim Tuning einfach Fragen, die polarisieren. Eine der am meisten diskutierten ist die nach dem passenden Tuningstil für Automobilklassiker. Wir stellen euch heute die Antwort von Bram Rook in Form eines 1968er Camaro vor!

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Bei der letztjährigen Essen Motor Show präsentierte die Sonderschau „tuningXperience“ wieder eine geballte Ladung an Showcars nahezu aller Stilrichtungen. Unter den ausgestellten Granaten befand sich auch der 1968er Chevrolet Camaro des Holländers Bram Rook. Während die meisten Messegäste das US-Car auf den ersten Blick wohl als top restaurierten Klassiker wahrgenommen haben, witterten Kenner schon auf Anhieb, was sie hier vor sich hatten: Eine klassische Hülle, die mit Überraschungen vollgestopft ist!

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Wer hinter der klassischen Fassade des Chevys die entsprechende Technik vermutet, täuscht sich hier.

Neue Technik alt verpackt

Bram hat sich beim Aufbau seines Camaros vom „Pro-Touring“-Style inspirieren lassen, der den klassischen US-Kraftprotzen ihre veraltete Technik raubt und durch aktuelle Teile ersetzt. Dieser Fakt sorgte unter vielen Besuchern der Essen Motor Show für Diskussionen. Vom Modell an sich und dem Zustand des Fahrzeugs waren alle begeistert. Nur am Tuningstil scheiden sich nunmal die Geister. Es gibt eine Fraktion, die es gerne etwas zeitgenössicher hat und eine, die in der Kombination von Alt und Neu gerade den Reiz des Chevys sieht. Und im Fall von Brams Camaro handelt es sich nunmal schon beinahe um einen Neuwagen.

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Der lange Weg zum Traumauto

Bram ist schon ewig Fan von amerikanischen Fahrzeugen. Den Camaro mag er besonders, weil er vergleichsweise kompakt gebaut ist. Im Jahr 2004 reiste er mit einem Kumpel in die USA und hatte den Plan, nicht ohne einen Chevrolet im Gepäck zurückzukehren. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten angekommen, machte er sich auf die Suche nach einem Camaro der ersten Generation. Das Baujahr 1968 hat ihm dabei besonders zugesagt, weil es sich dabei um sein Geburtsjahr handelt.

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Schließlich wurde der Holländer fündig und nahm einen in seinen Augen recht gut erhaltenen 68er mit nach Hause. Nach näherer Inspektion in der heimischen Garage kamen immer mehr Problempunkte zum Vorschein. Also beschloss Bram einen kompletten Neustart. 7 lange Jahre hat es gedauert, aus dem angeschlagenen US-Car einen Klassiker im Pro-Touring Style zu zaubern. Im Jahr 2011 war es dann schließlcih soweit: Die ersten Touren mit dem neuen Altwagen oder alten Neuwagen standen an.

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V8 – was sonst?

Dass unter der Haube des Camaros ein V8 werkelt, braucht man ja fast schon nicht zu erwähnen. Der 400CUI Small Block mit 6,6 Litern Hubraum blitzt und funkelt an allen Ecken. Kein Wunder, schließlich wurde hier einfach alles erneuert.

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Nagelneu und angemessen präsentiert ist der Motor des Camaros.

Das passende Schuhwerk

Das Modell „Ram“ in 8 und 9×18 Zoll der Firma Intro Custom Wheels macht sich super unter dem komplett restaurierten Chevy. Hinter den Walzen demonstriert die neumodische Bremsanlage, dass man es hier nicht mit einem Museumsstück zu tun hat. Der Fakt, dass Bram ein Luftfahrwerk verbaut hat, sorgt sicher für Entrüstung unter Oldschool-Hardlinern.

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Nur die Bremsanlage lässt von außen auf die moderne Technik im Fahrzeug schließen.

Neuwagenfeeling im 1968er Camaro

Wenn man in Brams Camaro sitzt, kann man nicht mal erahnen, dass der Wagen eigentlich schon weit über 40 Jahre alt ist. Die Fahrgastzelle wurde nämlich einer radikalen Frischzellenkur unterzogen. Diese ist so umfangreich ausgefallen, dass das Flair der 1960er völlig aus dem Inneren des Chevys verbannt worden ist. Deshalb war das Interieur des Camaros auf der Essen Motor Show auch das mitunter am heißesten diskutierte Gimmick des US-Cars.

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Innen erinnert nichts an das Baujahr von Brams Camaro.

Wenn Bram der Achtzylindersound als akkustische Untermalung seiner Ausfahrten mal nicht ausreicht, kann er auf das umfangreiche ICE-System zurückgreifen. Auch nicht unbedingt Standard bei einem Wagen aus den 1960ern…

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Ebenfalls auf aktuellem Stand: Das Hifi-System

Respekt

Ob einem der Style von Bram Rooks Camaro nun gefällt oder nicht: Der Holländer hat es verdient, dass man ihm für sein Projekt Respekt entgegen bringt. Er hat jahrelang an seinem Traumwagen gefeilt und das Basisfahrzeug würde ohne seine Hingabe wahrscheinlich sowieso nicht mehr unter uns weilen. Ein kompletter Neuaufbau wäre damals so oder so fällig gewesen. Es ist also nicht so, als ob Bram hier Ketzerei betrieben hätte. Und ob man nun auf zeitgenössisches Tuning steht oder den „Pro-Touring“ Style für gut heißt: An Brams 1968er Chevrolet Camaro ist in Essen keiner einfach so vorbeigeschlendert…

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