Er ist zwar nicht so wundervoll giftgrün verpackt wie der Mercedes-AMG GT R, aber technisch mindestens mal auf Augenhöhe. Der GT R bildet die Ausgangsbasis für den neuen Mercedes-AMG GT4, der im Customer Racing-Betrieb neue Erfolge holen soll. Das Konzept klingt vielversprechend – und kompromissbereit.

Heckansicht des Mercedes-AMG GT4

Unverkennbar Affalterbach: Der Mercedes-AMG GT4 setzt zum Sprung für den Kundenrennstall an.

An Bord: Ein V8-Dampfhammer mit Biturbo

Ein Blick auf die technischen Werte des Mercedes-AMG GT4 lassen Sportlerherzen höher schlagen. Zwar kommt man bei den 510 PS nicht an die ultimative Leistung des GT R heran. Aber die Maximalausbeute ist auf dem Track längst nicht immer entscheidend. Ausschlaggebend für die reellen Daten ist hier vor allem die sogenannte Balance of Performance-Einstufung.

Frontansicht des Mercedes-AMG GT4

Seinen aggressiven Look bekommt der Mercedes-AMG GT4 von der technischen Basis, dem Mercedes-AMG GT R.

In der Spitze kann der Mercedes-AMG GT4 so nebst 510 PS auch 600 Nm Drehmoment für die Hinterachse entfalten. Damit geht’s in gar unter vier Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, in der Spitze sogar über die 250 Km/h-Marke hinaus. Dem Ganzen steht ein Leergewicht von knapp 1,4 Tonnen entgegen – nicht gerade viel bei dieser Kraftausbeute. Darüber hinaus kann der Pilot seine Freude auch noch lange ausleben: Der Motorsport-Sicherheitstank umfasst stolze 120 Liter Super Plus.

Seitenansicht des Mercedes-AMG GT4

Transaxle für den Mercedes-AMG GT4

Und die Performance des Mercedes-AMG GT4 kommt natürlich nicht von ungefähr. Der V8-Block allein bringt den Flitzer mit der tief gezogenen Nase noch nicht sicher durch die Kurve. Dafür sorgt mitunter die geschickte Bauweise und eine gute Prise motorsportliche Raffinesse. Als Frontmittelmotor sorgt man in Affalterbach schon mal für mehr Balance in Richtung Antriebsachse. Gepaart wird dies mit einer Transaxle-Bauweise, bei der Antrieb und das 6-Gang-Renngetriebe hinten verbaut sind.

Prototyp des Mercedes-AMG GT4

Für den Antrieb gibt es ein einstellbares mechanisches Sperrdifferenzial, geschaltet wird über Paddles am äußerst motorsportlich geformten Lenkrad. Weitere Vorzüge in puncto Eigengewicht schafft der Aluminium-Space-Frame, gepaart mit Baugruppen aus Carbon und Magnesiumlegierungen. Carbonfaser findet sich beim Mercedes-AMG GT4 vor allem bei den Aerodynamikelementen der Frontpartie und der Fahrgastzelle.

Innenraum des Mercedes-AMG GT4

Für die flotte Kurvenfahrt sorgt nebst performanter Motorleistung und Leichtgewicht auch ein tiefer Schwerpunkt des Mercedes-AMG GT4. Die Schlupfriegelung ist in mehreren Stufen justierbar (AMG Traction Control), das Rennsport-ABS lässt sich dazu ebenfalls an den Bedarf des Rennstalls anpassen. Für die Sicherheit sorgen eine Rennsportbremsanlage samt belüfteter Verbundscheiben, ein Feuerlöscher sowie eine Dachluke für den Notausstieg.

Mittelkonsole des Mercedes-AMG GT4

Der Fahrspaß des Mercedes-AMG GT4 hat allerdings auch seinen Preis: Wer seinem Rennstall dieses Gefährt ins Regal stellt, wird um knapp 240.000 Euro erleichtert. Die Auslieferung beginnt zum Ende des Jahres 2017.

Fotos: Mercedes-AMG

Mercedes-AMG GT4 – der Nachwuchs im Customer Racing
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