Den Stand des Herstellers Thunder Power konnte man auf der IAA mit seiner riesigen Fläche kaum übersehen. Geschickt in der Nähe von Tesla positioniert, konnte man erahnen, in welche Richtung es beim taiwanesichen Start-Up gehen soll. Als Hersteller von Premium-Elektroautos wollen sie den Kaliforniern den Markt streitig machen.

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Die Studie Thunder Power Sedan soll ab 2018 auch auf deutschen Straßen rollen.

Wenn man den Stand betritt, fällt einem als Erstes eine strahlend weiße Limousine in hochwertiger Optik ins Auge. Auf den ersten Blick könnte man denken, einen Maserati vor sich zu haben. Dabei läge man gar nicht so falsch, denn das Design des Viertürers entstammt der italienischen Designschmiede Zagato. Der Clou gegenüber den Fahrzeugen von Tesla ist die modulare Plattform, auf der der Prototyp steht. Diese ist in weiser Voraussicht in die Zukunft konzipiert und ermöglicht später ohne größeren Aufwand Erweiterungen der Produktpalette um weitere Modelle mit derselben Basis, wie beispielsweise ein SUV oder Crossover. Die Leistungsdaten des Elektromotors sind beachtlich. 435 PS stehen im System zu Buche, die den Thunder Power Sedan in 4,8 Sekunden die 100 km/h-Marke knacken lassen. Als Spitzengeschwindigkeit sind 250 km/h angegeben. Die Reichweite soll bis dato unerreichte Maßstäbe setzen und ist auf 650 Kilometer mit einer Füllung der Batterien festgelegt.

2017 soll die Produktion in China anlaufen, in Deutschland wird die strombetriebene Limousine voraussichtlich 2018 erhältlich sein. Technik-Chef Dr. Peter Tutzer, der bereits ein alter Hase im Automobil-Business ist und unter Anderem den Bugatti Veyron zum Leben erweckte, will bis 2020 mindestens zwei Modelle auf dem Markt haben. Die Produktionsstätte befindet sich in Fernost, eine weitere ist für Europa in Planung, wo auch die Kooperationspartner von Thunder Power beheimatet sind und die fünfjährige Entwicklung stattfand. Namentlich zu erwähnen wären hier unter anderem die deutschen Unternehmen Bosch und CSI sowie der italienische Rennwagenhersteller Dallara.

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Doch dass uns am Stand von Thunder Power das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, lag nicht vorrangig an der Limousine Sedan. Nein, im hintersten Winkel entdeckten wir einen richtig scharfen Rennstrecken-Ableger des Elektroautos. Modifiziert mit einem Breitbau-Bodykit, schwarzen Leichtmetallrädern samt Zentralmutter und Rennslicks sowie einem riesigen Heckflügel war das Modell „Race“, der eigentliche Star des Messestandes von Thunder Power. Die Eckdaten dürften mit der Limousine übereinstimmen, die in zwei Motorvarianten mit 310 oder, wie bereits erwähnt, 435 Pferdestärken erhältlich sein wird. Letztere wird dann wohl im Rennmodell Verwendung finden, die im Gegensatz zum Heckantrieb des Sedan über alle vier Räder angetrieben wird.

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Das Heck des Thunder Power Race wird durch den riesigen Heckspoiler und den mächtigen Diffusor dominiert.

Angetrieben werden die Boliden über einen Akku mit 125 kWh Speicherkapazität, der sich am Fahrzeugboden befindet. Da die maximale Reichweite immens ist, wiegt das Auto dementsprechend viel. Allerdings stellt der Hersteller einen Wert unter zwei Tonnen Gewicht in den Raum. Um die eigenen Visionen letztendlich umsetzen zu können, hat Thunder Power den gleichnamigen Technikkonzern zur Seite, die ihre langjährigen Kenntnisse im Akkumulatoren-Bereich und auch finanzkräftige Mittel mit einbringen.

Fotos: Thunder Power, Arnold Kleitsch, Fabian Fischer

Das Start-Up Thunder Power aus Taiwan will sich am Markt für Elektroautos etablieren
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