Die Zuffenhausener wagen den Sprung: Mit dem Porsche Cayman GT4 gibt es ein neues Tracktool in der Schwabenfamilie, das gleichzeitig auch eine Brücke zum Alltagssportler schlagen will. Mit stolzen 385 PS und kompakten Abmessungen ist wohl Fahrspaß wohl mehr als nur vorprogrammiert (im übrigen lässt sich damit auch gut einparken). Ein bitteres Beigeschmäckle wird allerdings der großzügig bemessene Preis hinterlassen, wenn auch nicht bei allen Cayman-Fans…

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Starker Auftritt: Der Porsche Cayman GT4 weiß optisch zu überzeugen.

Noch sportlicher als der Porsche Cayman GTS

Kompromisslos bis in die Haarspitzen: Der neue Porsche Cayman GT4 jagt bereits jetzt wie ein Schreck über die Nordschleife, wo er mit einer 7:40 Minuten-Rundenzeit klare Ansagen für die Konkurrenz hinterlässt. Optisch zeichnet er den GTS noch schärfer, sein Triebwerk entnimmt er dem Carrera S und Brems- wie Fahrwerkskomponenten steuert der 911er GT3 dazu. Als Zwitter darf man den GT4 aber dennoch nicht bezeichnen, dafür mimt er zu puristisch und eigenständig den ultimativen Sportsgeist. Auch ohne drin gesessen zu haben schlägt das Herz höher: Wuchtige Proportionen, große Lufteinlässe am Bug und ein ausfahrbarer Heckflügel machen einfach Lust auf mehr – scheinbar geboren für kurvenstarke Ausfahrten.

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Der große Heckflügel sorgt für mehr Abtrieb an der Hinterachse.

Mit dem 3.8-Liter-Boxermotor des Carrera S, schaufelt der Porsche Cayman GT4 stolze 385 PS und 420 Nm auf die Hinterachse. In nur 4,4 Sekunden sind Tempo 100 erreicht, die 200 Km/h-Marke knackt er bereits nach 14.5 Sekunden. Geschaltet wird manuell über sechs Gänge, die serienmäßigen Leder-Alcantara-Sportsitze können optional gegen CFK-Schalensitze getauscht werden. Ferner bietet man in der Sportwagenschmiede auch eine Keramikbremsanlage sowie ein Sport Chrono-Paket mit Launch Control für den GT4 an. Für Optikverliebte und Puristen gibt es on top noch Clubsport-Extras zur Gestaltung des schlichten Interieurs, verwachsen wird das Konzept letztendlich aber etwas durch Klimaanlage und Radio – im GT3 997 verzichtete man bewusst auf diese Luxusgüter.

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Multimedialer Schnickschnack bleibt dem Porsche Cayman GT4 eher fern.

Ein Porsche Cayman GT4 zum Verlieben

Gegenüber dem Serienfabrikat hat man den Porsche Cayman GT4 nochmals um 30 Millimeter tiefergelegt, sichtlich keine schlechte Entscheidung für ein Tracktool. Die wuchtigen Leichtmetallräder samt eigenem Design stehen folglich kompakt im Radhaus, wahlweise sieht man hier die gelochten Stahl- oder eben Keramikscheiben. Seine aggressive Frontpartie attestiert dem GT4 ebenso einen furcht-einflößenden Charakter wie die seitlichen Lufteinlässe und der ausgestellten Heckkotflügel. Dank serienmäßiger LED-Tagfahrlichter und Xenonbrenner ist das Tracktool aber auch ebenso alltagstauglich: Wer keinen Wert auf Raumkomfort legt, bräuchte im Zweifelsfall also nicht mal einen Zweitwagen.

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Ein teures Fahrvergnügen: Der Porsche Cayman GT4 kostet über 80.000 Euro.

Für die 385 Pferdchen möchte man bei Porsche allerdings nicht zu knapp entlohnt werden: Stolze 85.776 Euro verlangt man für den Porsche Cayman GT4, Extras natürlich gegen Aufpreis. So geschmacklos die Preisforderung für den ein oder anderen auch ausfallen mag, der GT4 ist dafür aber mehr als nur geschmackvoll gestaltet. Zwar wirkt der Innenraum nicht allzu puristisch für einen GT, unnötiger Schnickschnack bleibt diesem Cayman zum Glück aber fern.

Fotos: Porsche

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