„Schmiedefelge“ ist einer jener Begriffe, denen der geneigte Tuner in regelmäßigen Abständen begegnet. Was aber eine solche Felge nun genau auszeichnet und woher sie ihren Namen hat, das erklärt euch AUTOTUNING.DE im Folgenden.

Der Begriff „Schmiedefelge“ an sich bedarf eigentlich keiner Erklärung. Dass es sich hierbei um eine Felge handelt, welche geschmiedet wurde, dürfte selbst dem Laien klar sein. Auch, dass kein Mensch diese am Amboss per Hand bearbeitet sollte nicht extra erwähnt werden müssen.

Herstellung einer Gussfelge

Um dem auf die Spur zu kommen, muss man zunächst einmal die Herstellung einer klassischen „Gussfelge“ betrachten. Diese werden schlicht und einfach aus Aluminium in bestimmte Formen gegossen, die der Struktur der fertigen Felge entsprechen. Mit etwas Nachbearbeitung ist das entsprechende Leichtmetallrad dann fertig.

Herstellung einer Schmiedefelge

Auch bei „Schmiedefelgen“ wird zunächst ein solcher Rohling gegossen, allerdings aus einer speziellen Legierung. Vor dem endgültigen Erkalten werden „Schmiederäder“ allerdings noch von hydraulischen Pressen bearbeitet und so stufenweise in die gewünschte Form gebracht. Dieses „In Form bringen“ versteht als „schmieden“. Es ist also nicht so, wie von manchen vermutet, dass diese Räder von Hand auf einem Amboss geschmiedet werden. Felgen schmieden ist ein sehr aufwändiger, maschineller Prozess.

Gegossene BBS Felge

Gegossene BBS RX-R Felge mit einer individuellen Lackierung

Vorteile von Schmiedefelgen

Dadurch erhalten die Räder ihre ganz spezifischen Eigenschaften. Im Vergleich zu einer „normalen“ Felge ist eine „Schmiedefelge“ sehr viel fester und belastbarer, weil das Aluminium beim Schmiedevorgang stark verdichtet und außerdem der Gefügeverlauf des Materials nicht unterbrochen wird.

Ein erfreulicher Nebeneffekt stellt das zumeist niedrigere Eigengewicht der „Schmiedefelgen“ dar, da mit diesen die gleiche Festigkeit bei geringerer Wandstärke erreicht werden kann. Auch die Oberflächenbeschaffenheit ist hochwertiger als bei einer „Gussfelge“, da Poren und Materialeinschlüsse fehlen.

Die Fuchs-Schmiedefelge

Die erste und wohl auch bekannteste „Schmiedefelge“ dürfte wohl die Fuchs-Felge darstellen, die man oft an klassischen Sportwagen des Herstellers Porsche bewundern kann.

Nachteile von Schmiedefelgen

Trotzdem bringen „Schmiedefelgen“ auch einige Nachteile mit sich. Zum einen ist das Design meistens Herstellungsbedingt schlichter gehalten als bei anderen vergleichbaren Felgen. Außerdem schlagen sich die höheren Herstellungskosten auch im Endpreis nieder. Deshalb rückt in letzter Zeit auch das relativ neue Verfahren des „Flow-Forming“ in den Mittelpunkt.

Einblick in die Produktion von Alufelgen

Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie Alufelgen in der Praxis hergestellt werden, kann dies sich im folgenden BBS-Video machen. Dort sieht allerdings nur die reine Produktion von Gussrädern mit dem Niederdruckgussverfahren. Der Schmiede-Vorgang von Alufelgen ist im Video allerdings nicht zu sehen.

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