BBS Le Mans: Stilikone, Qualitätsprodukt, Dauerbrenner: Kein Rad wurde wohl so oft kopiert wie das BBS Le Mans. Seit über zwei Dekaden wird das Design frenetisch gefeiert. Wir möchten dem legendären Rad Tribut zollen und haben deshalb, auch in Zusammenarbeit mit BBS, alle verfügbaren Informationen zusammengetragen.

Trends kommen und gehen. Geschmäcker ändern sich. Das gilt im „richtigen Leben“ genauso wie für die Tuningszene. Nur eins bleibt: Das BBS Le Mans! Dem Kult, der um das mehrteilige Schmiederad entstanden ist, kann wohl kein anderer Rundling das Wasser reichen. Außer vielleicht das BBS RS. Bevor wir uns dem LM widmen, fassen wir also zunächst die Geschichte des Unternehmens BBS zusammen.

Die Geschichte von BBS

Als Heinrich Baumgartner und Klaus Brandt im Jahre 1970 in Schiltach die Firma BBS gründeten, war an Designklassiker aus dem Felgenbereich noch nicht zu denken. Man beschränkte sich auf die Produktion von Karosserieteilen aus Kunststoff. Der Name BBS ergab sich dabei als Kurzform von „Baumgartner, Brandt, Schiltach“. Doch bereits 1972 sollte sich etwas tun. Martin Braungart, der leitende Renningenieur des Ford-Capri-Tourenwagen-Werksteams, äußerte den Wunsch nach einem Rad, das beim Einsatz auf der Rennstrecke variabel in Felgenbreite und Einpresstiefe ist. Die Idee für ein mehrteiliges Motorsport-Rad war geboren.

Neben den Variationsmöglichkeiten unter Einsatzbedingungen brachte das mehrteilige Konzept aber noch weitere Vorteile. Magnesium und Aluminium konnten im Verbund eingesetzt und verschiedene Herstellungsverfahren miteinander kombiniert werden. Dank dem neuen Rad war BBS fortan stark im Motorsport vertreten und entwickelte sich ständig weiter. Das Kreuzspeichendesign wurde zum unverwechselbaren Markenzeichen.

Schließlich wurde auch der Aftermarket mit dreiteiligen Räder erobert und BBS ging 1987 an die Börse. Tochtergesellschaften wurden gegründet und der legendäre Ruf, den die Marke heute genießt, gefestigt. In den 1990ern, als Formel-1-Champion Michael Schuhmacher auf BBS-Rädern unterwegs war, feierte das Unternehmen 25-jähriges Jubiläum und brachte das zweiteilige BBS RS-Rad auf den Markt. Doch mit dem BBS Le Mans stand ein weiterer Design-Klassiker in den Startlöchern.

BBS Le Mans in Bildern – Hier: BBS LM auf einem Porsche 993

Das Design des BBS Le Mans

Dass der Name „Le Mans“ nicht wegen der schönen Landschaften rund um die französische Stadt gewählt wurde, ist wahrscheinlich jedem klar. Die Mitwirkung beim berühmten 24-Stunden Rennen gab die Vorlage für den Namen des neuen Rades. Beim „Umstieg“ vom Kreuzspeichen- zum Y-Speichen-Design handelt es sich um eine rein optische Maßnahme. Die Y-Speiche stellt im Prinzip nur eine größere Version des legendären Kreuzspeichen-Designs aus dem Motorsport dar. Die Idee dazu kam von BBS Japan. Das zeitlose Design des BBS LM etablierte sich rasant und global.

BBS Le Mans: Wie viele Typen des Rades gibt es?

BBS LM ist nicht gleich BBS LM. Tatsächlich gibt es weltweit über 100 Typen des Rades. In Deutschland gibt es bedingt durch TÜV-Regularien aktuell nur rund 20 Radtypen. Aufgrund der Umstellung auf RDKS mussten viele alte BBS LM-Varianten eingestellt werden. Das Reifendruckkontrollsystem benötigt nämlich ein 11,2-Millimeter-Ventil, die alten Le Mans waren noch mit 8-Millimeter-Ventilen ausgestattet.

Nur Typen, die noch immer in hohen Stückzahlen gefertigt wurden, erhielten diesbezüglich ein Update. Für Verwirrung sorgen oft die BBS Le Mans, die als Serienräder auf Fahrzeugen montiert waren. Der deutsche Autobauer Wiesmann griff zum Beispiel schon auf die LM zurück. Ebenso gab es einige japanische Fahrzeuge, die ab Werk auf Le Mans unterwegs waren. Gelangen solche Räder zum Beispiel in die deutsche Tuningszene, kann es zu TÜV-Problemen kommen.

BBS verfügt bei diesen LM-Typen über keinerlei Dokumente, was von anfragenden Radbesitzern nicht immer mit Verständnis quittiert wird. Die aktuell verfügbaren BBS LM Farben sind Brillantsilber, BBS Gold und Diamond Black. Dazu kommen verschiedene Versionen mit farbigen Betten sowie der neuen Farbe Bronze seidenmatt für den Radstern. Allerdings sind hierbei nicht alle Konstellationen im deutschen Markt verfügbar. Die genauen Farbkennungen waren hier allerdings schon immer Firmengeheimnis.

Die BBS Le Mans ist in der Tuningszene sehr beliebt. Oft auch in modifizierter und farblich individualisierter Form.

Wie erkenne ich ein Fake BBS Le Mans?

Fake BBS make Baby Jesus cry. Allerdings bringen gefälschte Räder nicht jeden zum weinen, denn kaum ein Rad wurde so oft kopiert und auch gefälscht wie das BBS Le Mans. Die Skala reicht von unzähligen Rädern, die vom LM-Design „inspiriert“ wurden bis hin zu frechen Kopien, die vorgeben, ein Qualitätsprodukt aus dem Hause BBS zu sein. Es gibt jedoch Anhaltspunkte, die man im Zweifelsfall überprüfen kann.

Wichtigster Anhaltspunkt um Fake-BBS Le Mans Räder zu erkennen: Die BBS Le Mans ist ein echtes mehrteiliges Rad, das mit echten BBS-Schrauben montiert wird. Doch nicht nur die Schrauben tragen eine entsprechende Prägung. Auch die radtypspezifischen Schlagzahlen in der Mitte des Felgensterns sind ein Erkennungsmerkmal. Diese fehlen bei Kopien meist gänzlich. Es gibt auch noch weitere, feinere Details, die für den Laien aber ein Geheimnis bleiben werden.

BBS LM: Die „Stern Innen/Stern außen“-Thematik

Da das BBS Le Mans ein echter Mehrteiler ist, kann natürlich auch der Stern demontiert und versetzt positioniert werden. In der Tuningszene sieht man regelmäßig Räder, bei denen der Stern außen montiert wurde. Sei es nun aus Optik- oder Dimensionierungsgründen. Was viele nicht wissen: Die Positionierung des Felgensterns hängt schon ab Werk von verschiedenen Faktoren ab: Ventilart, Bremsenfreigang und RDKS-Sensortyp spielen hier eine Rolle. Beim Kauf eines gebrauchten BBS LM Radsatzes muss ein außen montierter Stern also nicht zwingend ein Anhaltspunkt für ein umgebautes Rad mit erloschenem TÜV sein.

Die BBS Le Mans ist nach wie vor gefragt

Die BBS Le Mans ist die Verkörperung der klassischen Tiefbettfelge und trumpft mit hoher Qualität und zeitlosem Design auf. Trotz der vielen Designentwicklungen der letzten Dekaden sieht das Rad auch auf aktuellen Fahrzeugen absolut stimmig aus. Ein Fahrzeug, auf dem das Le Mans Rad nicht gut aussieht, ist dem Schreiber dieser Zeilen noch nie untergekommen. Wenn jemand sich nicht sicher ist, welcher Radtyp zu seinem Fahrzeug passt, ist die Standardantwort von vielen: BBS LM! Und dieser Umstand ist nicht nur auf die Tuningszene begrenzt. Auch der qualitätsbewußte RS6-Fahrer und der performance-orientierte M5-Jünger feiern das BBS LM Schmiederad mit den Y-Speichen.

Aufgrund der ungebrochenen Nachfrage nach LM-Rädern ist die Lieferzeit nach wie vor recht lang. Aber das Warten auf einen echten Radsatz lohnt sich, schließlich ist ein Satz echte BBS Le Mans ein Ritterschlag für jedes Auto. Und das Original wurde zwar oft kopiert, aber nie erreicht!

Wir bedanken uns bei Elvis Sklepic und Mario Schurr aus dem Hause BBS für die Unterstützung bei unseren Recherchen!

Golf 4 mit BBS Le Mans Räder

Draufgehalten: BBS LM in Detailansicht.

Auch bei diesem Audi RS4 wurden BBS LM Räder angebracht.

Bei verschiedensten Tuningmessen sind die BBS LM Räder anzutreffen. Hier auf einem BMW E30 M3.

Optik und Leistung perfekt kombiniert: Audi R8 auf Le Mans Räder.

5er BMW goes deep!

Die BBS LM runden die Optik dieses BMW E30 ideal ab.

Auch einem Golf 5 stehen die BBS Le Mans fantastisch.

BBS Le Mans Bilder

Im Folgenden haben wir einige weitere BBS LM Bilder und Detailaufnahmen der Räder für euch zusammengestellt. Wie ist eure Meinung zum BBS Le Mans und was verbindet ihr damit? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen!


Datum der Erstveröffentlichung: 10.02.2020

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